HYBRHEAT

Entwurf IRGE GEN SoSe 24

EIN SYNERGETISCHER HYBRID

In Rechenzentren materialisiert sich die digitale Welt. Das Internet, die Cloud versteinert und nimmt eine physische Form an, deren banale Manifestation das technologische Versprechen der Möglichkeiten des Immateriellen konterkariert. Große, anonyme Kisten von teils gigantischen Ausmaßen. Im Inneren herrscht die ewige Nacht, in der die Lämpchen der Server vor sich hin blinken wie in einer „Metropole bei Nacht“, schreibt Niklas Maak.

Die Digitalisierung unserer Welt schreitet ungebremst und unhinterfragt voran. Der Bedarf an Rechenzentren nimmt im Windschatten der Digitalisierung stetig zu und dürfte zu einem der wichtigsten Bereiche des Bauens im 21. Jahrhundert werden. Typologisch folgen sie meist der einfachen Prämisse des geschlossenen, horizontal orientierten Baukörpers mit enormem Flächenkonsum, fortschreitender Flächenversiegelung und der damit einhergehenden Bodenpreissteigerung.

Neben dem Flächen- und Ressourcenverbrauch ist auch der Energieverbrauch beachtlich. Serverfarmen verursachen bereits heute mehr als 2% der weltweiten CO2-Emissionen. Ein Großteil der verbrauchten Energie wird für die Kühlung der Server aufgewendet, wobei sehr große Mengen an Wärme entstehen. Dieses Potenzial wird jedoch in den seltensten Fällen genutzt, sondern als Abfallprodukt in den Wind geblasen. Eine Ergänzung durch andere Nutzungen, die Verwendung für die Wärme hätten, findet bisher so gut wie nicht statt. Synergien bleiben ungenutzt. Aktuell interessieren sich nur wenige Architekt:innen für diese scheinbar unattraktive Bauaufgabe. Dabei sind die Rahmenbedingungen einer Gebäudetypologie, deren Hauptnutzer Maschinen sind und die Benutzung durch Menschen sich im Wesentlichen auf Wartungstätigkeiten beschränkt, durchaus interessant. Im Entwurf wollen wir untersuchen, ob diese anderen, technischen Anforderungen im Sinne von form follows function zu neuen Bauformen führen und den Gebäuden zu einem eigenständigen Ausdruck verhelfen können.

Unser Hauptaugenmerk liegt jedoch auf der Entwicklung neuer, hybrider Gebäudetypen und deren architektonischem Potenzial. Welche Nutzungen schaffen in Symbiose mit Rechenzentren nachhaltigen Mehrwert und Synergien? Welche Gebäudeformen und Bautypen entstehen durch die Hybridisierung der Nutzungen? Wo sind diese Gebäudehybride verortet und wie interagieren sie mit ihrer Umgebung? Welche sozialen, ökonomischen, landschaftlichen und gestalterischen Potenziale können wir entdecken? Auf diese Reise wollen wir uns im kommenden Semester gemeinsam mit Ihnen begeben.

Bearbeitung und Vergabe:

Die Bearbeitung des Entwurfs erfolgt ausschließlich im Zweier-Team. Die Vergabe für die Tandem-Entwurfsplätze erfolgt über das Vergabeverfahren der Fakultät. Bitte berücksichtigen Sie das bei Anmeldung und nennen Sie Ihren Entwurfspartner:in im Vergabetool. Bestätigen Sie Ihren Entwurfsplatzes direkt nach Vergabe via E-Mail bei Levin Koch. Die Vergabe nicht bestätigter Plätze erfolgt auf Rückfrage via E-Mail durch das IRGE bis zum 1. Termin.

Entwurfsstart:

Erstes Treffen am 11.04.2024, 10:00 Uhr, Präsenzveranstaltung

Betreuung:

Wöchentliche Betreuungen finden im Arbeitsraum statt.

Das Arbeiten im Arbeitsraum des IRGE ist verpflichtend!

Sie erhalten eine Einladung in den WebEx Chat. Hierfür ist Ihre ILIAS Anmeldung erforderlich.

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