In den kommenden Jahren müssen in Deutschland tausende Spannbetonbrücken ersetzt werden. Die etablierte Praxis besteht darin, diese Bauwerke zurückzubauen, zu zerkleinern und ihre Materialien stofflich zu verwerten. Das Forschungsprojekt Unbuilding Bridges fragt, welche Möglichkeiten entstehen, wenn Brücken nicht nur als Rohstofflager, sondern als Quelle wiederverwendbarer Bauteile für die Architektur verstanden werden.
Anhand konkreter Bestandsbauwerke untersucht das Projekt Strategien des kontrollierten Rückbaus, der Analyse bestehender Tragstrukturen sowie ihrer Überführung in neue architektonische Nutzungskontexte. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie konstruktive Eigenschaften bestehender Brückenbauteile erhalten und für neue architektonische Anwendungen nutzbar gemacht werden können.
Unbuilding Bridges verbindet architektonischen Entwurf mit Ingenieurwesen, Materialprüfung, Rückbau und Baupraxis. Gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft, Industrie und öffentlicher Verwaltung entwickelt das Projekt Strategien für die Wiederverwendung von Brückenbauteilen und untersucht deren technische, logistische und regulatorische Voraussetzungen. Ziel ist es, die Erkenntnisse aus Forschung und Lehre in praktische Anwendungen zu überführen und die Wiederverwendung infrastruktureller Bauteile exemplarisch zu demonstrieren.