Haus der Kulturen

Friedhelm Christ | Valentin Zachmann

Wie die Wege und Plätze in der Stadt hat auch das Haus der Kulturen den Anspruch an sich selbst einen Ort zu schaffen an dem sich Menschen versammeln, unterhalten und miteinander ins Gespräch kommen. Dabei adressiert das Gebäude jeden und kommuniziert eine Offenheit und Zugänglichkeit für die gesamte Bevölkerung. Die zentrale Lage in der Stuttgarter Innenstadt ist dabei sehr förderlich für eine Etablierung der Institution und schafft eine Anlaufstelle für Besucher wie auch Passanten, welche das Gebäude per Zufall entdecken.

Die architektonische Herangehensweise nimmt dabei direkt Bezug auf den ihn umgebenden städtischen Raum, greift Motive dessen auf und transformiert diese in einen maßstäblichen, architektonischen Rahmen. Angefangen mit dem sich aus dem direkten Kontext ergebenden baulichen Volumens, welches die Randbebauung des Blockes schließt und einen klaren Straßenraum definiert entwickeln sich, in der vertikalen stetige ansteigende Wege, welche eine Aneinanderreihung von Plätzen innerhalb des Gebäudes miteinander verbinden.

Die Plätze als sich wiederholende Aufweitungen des Verkehrsraumes schaffen immer wieder Orte der Kommunikation und des Aufenthaltes, und bieten verschiedenste Bespielungsmöglichkeiten und Arten der Partizipation. Ziel ist es, durch das Durchschreiten des Hauses Teil des Ganzen zu werden und durch reizvoll präsentierte Angebote an dem kulturellen Austausch zu partizipieren und Inhalte beizutragen. Um diese beschriebenen Ziele zu erreichen, werden in der Ausführung auf folgende Dinge Acht gegeben. Durch eine Öffnung der Erdgeschosszone sollen Passanten direkt vom Straßenraum abgeholt werden und in das Gebäude gelockt werden. Eine aufgesetzte Dachterrasse erweitert den öffentlichen Außenraum und schafft im Gegensatz zu den ebenerdigen Freiflächen einen Ort mit einem ruhigen, aber dennoch kommunikativen Charakter.

Um einen Austausch der Stadt mit den Inhalten und Veranstaltungen des Hauses zu ermöglichen, wird durch eine gezielte Anordnung von verglasten Flächen ein Dialog des Innen und Außenraums gefördert.  Das Innenleben des Hauses der Kulturen ordnet sich der zentralen Durchwegung unter und tritt immer wieder in einen Dialog mit der lebendigen Ader, welche der Weg repräsentiert. Die angegliederten Plätze folgen dabei einem Regelwerk, welches ein flexibles Nutzungsprofil, eine leichte Erreichbarkeit und räumliche Qualitäten sichert. Dabei gliedern sich Multifunktionsräume stets Plätze an, welche wiederum selbst immer neben der Haupttreppe auch durch vertikale Erschließungskerne erreichbar sind und so eine barrierefreie Nutzung sicherstellen. Zudem befinden sich Platzsituationen immer an der Außenfassade, was natürliche Belichtung, aber auch Aufblicke in die Stadt sowie in das Gebäude ermöglichen.

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